Jakobs-Kreuz-Kraut ganz einfach loswerden

20.07.2018

Therapiehof Elbtalaue, Martina Gnodtke

Es ist wieder so weit! Die Zeit des Jakobs-Kreuz-Kraut ist gekommen und es scheint in diesem -zumindest im Norden extrem- trockenen Jahr katastrophaler denn je! In diesem Artikel beschreibe ich eine Weise, gegen das JKK vorzugehen, die sehr einfach ist und den natürlichen Zyklus der Pflanze gegen sie selbst verwendet, die Pflanze bringt sich dadurch praktisch selber um und Wurzeln ausreissen ist nicht mehr nötig. Vielleicht regt der Artikel ja auch zu neuen Ideen an, wie auf diese Weise auch sehr große Flächen befreit werden können. Dann würde ich mich über Rückmeldung sehr freuen.

Sommerzeit- Weidezeit! Und damit auch die jährlich gleichen Gefahren und Ärgernisse… eins davon ist das Jakobskreuzkraut, ein Einwanderer, der mit der Klimaerwärmung zu uns vorgedrungen ist und unsere Pferde in ernste Gefahr bringen kann. Die Bekämpfung ist schwierig, aber nötig, denn diese Pflanze vergiftet nicht nur die Weiden, sondern vor allem das Heu, denn das in ihr enthaltene Nervengift baut sich während der Trocknung des Heus nicht ab, wie bei vielen anderen Giftpflanzen. Ich möchte hier nicht auf Beschreibung und Wirkung eingehen, sondern noch mal vorstellen, wie man diese Pflanze mit wenig Mühe von den eigenen Weideflächen dauerhaft entfernen kann. Diese Methode eignet sich gut für Privathaltungen, mit überschaubaren Flächengrößen, wo aber auch ein Spritzmitteleinsatz besonders unerwünscht und schwierig ist.

Vorweg muss man wissen, dass es Sommerblumen gibt, die ein Jahr leben, und welche, die für ihre gesamte Entwicklung zwei Jahre brauchen. Dazu gehört zum Glück das Jakobskreuzkraut. Im ersten Jahr keimt der Samen vom Vorjahr aus, die Pflanze wächst heran und bildet eine Blattrosette auf dem Boden. Erst im zweiten Sommer entstehen Blütenstände und bildet die Pflanze neue Samen. Während die Samen heranreifen, schicken sie einen Botenstoff in die Wurzel, der der Pflanze sagt, dass neue Samen da sind und der Lebenszyklus beendet ist. Daraufhin stirbt die WURZEL ab, denn für die nächste Generation ist ja nun in Form von Samen gesorgt. Genau das kann man sich bei der Bekämpfung zu Nutze machen. 

Wenn zu dem Zeitpunkt, wo die Samen schon reif sind, aber noch nicht abgefallen sind, die Blütenstände vorsichtig entfernt werden, wird der Rest der Pflanze VON ALLEINE absterben und im nächsten Jahr nicht wieder erscheinen. Man sorgt also dafür, dass sie nicht aussamen kann, aber trotzdem das Signal bekommt, dass sie „fertig“ ist. Beim Entfernen der Blütenstände muss man also ein wenig vorsichtig sein, dass nicht allzu viele Samen abfallen. Am besten eignen sich große Müllsäcke zum Sammeln. Das ist natürlich ein gewisser Aufwand, aber schon im nächsten Jahr dürften es deutlich weniger Pflanzen sein, die man abernten muss. 

Andere Versuche, die Pflanze zu entfernen, indem man sie zB aussticht, bleiben erfolglos, weil man eine Wurzel nie komplett aus dem Boden entfernen kann und auch aus kleinen Resten im nächsten Jahr eine vollständige neue Pflanze heranwächst. Diese mühsame Arbeit ist also zwecklos. Von Gifteinsatz wollen wir hier gar nicht sprechen, denn unser Anliegen ist es ja, ein Gift zu entfernen, nicht noch mehr in den Boden zu bringen. So gezielt kann man damit gar nicht arbeiten, dass es nicht letztlich doch übers Futter im Pferd landet.

Sollte eine Fläche, die bereits genutzt wird, so stark von JKK befallen sein, dass eine Soforthilfe in diesem Jahr notwendig wird, würde ich dazu raten, eine Teilfläche doch von den Blattrosetten zu befreien, damit die Pferde zumindest erstmal sich in sicherem Raum aufhalten können. Diese Pflanzen werden zwar wiederkommen, aber im nächsten Jahr ist womöglich die Fläche, wo korrekt die Samenstände entfernt wurden, schon deutlich weniger befallen. Die Samen, die schon im Boden sind, keimen natürlich noch aus. Das Entfernen zieht sich über mehrere Jahre hin, aber es ist deutlich immer weniger Befall. (wir hatten zB im ersten Jahr 3 Müllsäcke voller Samenstände und im zweiten Jahr einen halben!!! inzwischen gibt es bei uns nur noch vereinzelte Pflanzen) Eine weitere Sicherheitsmassnahme für Pferde auf stark befallenen Flächen ist, für gute Sättigung zu sorgen. Sollte es kein ausreichendes Gras mehr geben, muss eben zu gefüttert werden. Satte Pferde greifen normalerweise nicht zu Giftpflanzen.