Hingabe

Therapiehof Elbtalaue, Martina Gnodtke

Heute sind 37 Grad Celsius angekündigt… ich sitze im Haus und beobachte die Pferde, wie sie mit der Hitze umgehen und versuche gelassen zu bleiben. Wir haben nun 13 Monate hinter uns, in denen die Lebensbedingungen für alle Tiere grenzwertig waren und das, was wir sonst als Alltag kannten, die Ausnahme war. Nach den Regenwassermassen und dem allgegenwärtigen Schlamm  ist nun alles Land verdorrt, Bäume sterben auf unserem Gelände, Futter muss dazu gekauft werden. Die Schafe haben wir abgegeben, weil wir sie in der Hitze und Dürre nicht mehr angemessen versorgen konnten.  Zwei Pferde und ich sind derzeit Heustauballergiker und es gibt bis zur nächsten Weidesaison vermutlich nichts anderes als Heu zu kaufen. 

Es waren 13 Monate, in denen ich mich intensiv mit meinen Ängsten beschäftigen musste und gleichzeitig hat sich vieles auf eine Weise entwickelt, die ich nur noch als himmlisch bezeichnen kann. Das waren vor allem innere Prozesse und die haben sich sehr zum Guten auf die Lebensqualität ausgewirkt. Gut und schlecht ist irgendwie nicht mehr zu unterscheiden. Die persönliche Ebene und die, die das große Ganze betrifft, sind auch nicht mehr auseinander zu fieseln. Gerade hab ich erfahren, dass die Wetterlage der letzten Monate durch einen Ring aus Hochdruckgebieten entstanden ist, der die nördliche Polkappe umschliesst. Dieser Ring aus Hochdruck hat die kühle Luft dort oben gehalten. Und während ich hier Ängste auflöse und an meinem Vertrauen arbeite, ist am Nordpol im Sommer neues Eis gewachsen. 

Es zeigt sich, dass die Dinge je nach der Ebene, von der aus wir sie betrachten, eine ganz andere Wertigkeit haben. Ob das Eis nun langfristig bleibt, ob das Klima sich ganz anders reguliert, als die Wissenschaftler erwarten, oder ob die Klimaveränderung uns als Menschheit hilft, endlich aufzuwachen und sich für ein besseres Miteinander von Mensch und Mutter Erde einzusetzen- das alles bleibt offen, denn schon hinter der nächsten Ecke kann eine unerwartete Wendung allem ein neues Gesicht geben. 

Mein Fazit aus dieser Zeit ist: Hingabe! Nicht kämpfen, nicht wehren, nicht jammern! Vor allem nicht den Befürchtungen zum Opfer fallen. Wach bleiben, offen bleiben, handlungsfähig bleiben- und das Beste hoffen!

Alles Liebe!