Tanzen im Regen, Staub und Matsch

10.07.2018

Therapiehof Elbtalaue, Martina Gnodtke
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So ungefähr wie auf dem oberen Bild waren die Aussichten auf diesen Sommer für uns bis jetzt. Es bedeutete: Futter für die Pferde bis Ende August, mit viel sparen und geizen und danach einfach hoffen, dass man irgendwo Heu dazu kaufen kann, das auch schon reif genug zum Verfüttern ist (Heu muss mindestens 10  Wochen nach dem Ernten lagern). Nachdem wir es nun ein komplettes Jahr mit Wetter- und Bodenverhältnissen zu tun haben, die die Gesundheit der Pferde konkret gefährden und viel, viel Anstrengung von unserer Seite mit sich gebracht haben, schienen die drei Monate Dürre im Frühsommer uns endgültig an den Rand zu bringen.

Das Hoffen und Bangen hat auch jetzt nach dem Regen heut Nacht noch kein Ende und wird es auch nicht, selbst wenn uns Tief „Gislinde“ morgen und übermorgen tatsächlich über 30 l Regen auf den Quadratmeter beschert. Doch Aufatmen ist erstmal berechtigt!

Wie schnell die Natur reagiert, überrascht mich jedes mal wieder! Diese Blüte hat anscheinend komplett vorbereitet gewartet, bis die Regentropfen heut nacht ihr das Aufblühen ermöglicht haben. Ich habe in diesem Jahr nicht nur im Regen, sondern sogar im Matsch zu tanzen gelernt, den Frost bis April geduldig hingenommen, die Dürre überdauert und nun darf ich im Regen tanzen und nicht trotz des Regens, sondern wegen ihm. Das sind so die existentiellen Erfahrungen, die der Hof mir ermöglicht. Nicht, dass ich alle geniesse, aber ich schätze es wert, dass es auf diese Art für mich so vieles er-leb-bar werden darf.

Alles Liebe, Martina