Den Winter vor dem Frühjahr loben....

17.01.2019

Therapiehof Elbtalaue, Martina Gnodtke

...sollte man nicht, ebenso nicht, wie den Tag vor dem Abend zu loben. Doch- was ist denn mit den Impulsen, sich zu freuen und die Freude auch zu zeigen? Das sind so althergebrachte Mechanismen, mit denen man seine Energie ganz schön unten halten kann. Damit katapultiert man sich auch schon mal aus dem Hier und Jetzt heraus und hat Angst, das Schöne um sich herum lieber nicht zu bemerken. So ging es mir jedenfalls sehr lange und ich hatte das von meinen kriegserschütterten Großeltern beigebracht bekommen. Ich hab mir Folgendes dazu ausgedacht, um das aufzulösen:

Der Winter war BIS JETZT total angenehm und leicht. Bis jetzt- ich weiss ja nicht, wie es weiter geht, aber bis jetzt war es der leichteste Winter ever für mich. Und weil ich weiss, dass Dankbarkeit die Aufmerksamkeit auf das Gute verstärkt und damit wiederum Gutes anzieht, danke ich jetzt mal dafür, dass es bis jetzt so ein leichter Winter ist. 

Kein Pferd muss aufgestallt werden, wir haben genug gutes Futter, wenn wir sparsam damit  umgehen. Es ist mildes Wetter, was viel Kraft und Mühe einspart, sowie auch die Kosten für Brennholz. Das Gras, das nach der Dürre so kaputt war, hat sich gut erholt, die Böden sind überall gut zu betreten und es hat dennoch genug Regen gegeben. Der Grundwasserspiegel steigt wieder, was auch den trockenen Böden hilft. 

Das Beste aber ist, neben der Tatsache, dass wir alle gesund sind, bis auf ein Huhn und Joschi, der weiterhin Pflege für seine chronische Erkrankung benötigt, aber auf einem guten Weg ist, dass die Arbeit hier einfach toll läuft. Ich habe meinen Tagesrhytmus umgestellt, ich habe endlich die Grätsche geschafft, alles, was mir am meisten am Tag bedeutet, schon bis zum Mittag untergebracht zu haben und für alles andere ist der Nachmittag und was ich nicht schaffe, wird verschoben (ok, daran muss ich noch arbeiten, aber auch das wird…) und ich habe viele, viele Helfer gefunden, die vieles erst möglich machen, was ich mir lange gewünscht hatte. 

Es ist also jeden Tag Zeit für die Pferde und für meine Übungen und das halte ich für das Fundament von allem. Und das macht auch alles viel leichter. Da schliesst sich der Kreis! 

Danke für diesen Winter!